Der Goldbergsee

Der Goldbergsee bei Marktschorgast

Der Goldbergsee bei Marktschorgast ist ein Naturschwimmbad, das von der Wasserwacht Ortsgruppe Marktschorgast betreut wird.

Der Goldbergsee ist weit über die Grenzen der Gemeinde Marktschorgast hinaus beliebt. Erstaunlich viele der Stammgäste kommen aus dem 20 km entfernten Bayreuth - Studenten der Bayreuther Uni wie alteingesessene Bayreuther sowie Festspielgäste der alljährlichen Bayreuther Wagner-Festspiele, obwohl die Bayreuther Freibäder oder der Trebgaster Badesee für sie viel näher wären.

Der See

Der See ist ein aufgelassener Steinbruch - entstanden um 1920 durch eine Sprengung zuviel, die einen heftigen Wassereinbruch ausgelöst hat.

Eine Legende um den Goldbergsee besagt, daß dieser Wassereinbruch damals so schnell gewesen sein muß, daß die Steinbrucharbeiter sogar ihren Bierkasten im Stich gelassen haben sollen - man stelle sich die Panik vor, die unter den Arbeitern geherrscht haben muß! Ob nun etwas daran ist oder nicht: Generationen von Tauchern haben schon nach diesem Bierkasten gesucht - bisher vergeblich.

Deshalb ist der See auch trotz einer eigentlich geringen Größe von ca. 100m Länge und ca. 30m Breite relativ tief: Durchgehend ca. 5 m, an den tiefsten Stellen bis zu 7-8m. Und das ist auch die Erklärung für die steilen Felswände, die den See fast vollständig umgeben - bis auf den Eingangsbereich und eine Leiter am entgegengesetzten Ende.

Das macht den See für ungeübte Schwimmer nicht ganz ungefährlich, aber eben deswegen versehen wir von der Wasserwacht Ortsgruppe Marktschorgast den Wachdienst.

Im See schwimmen zur allgemeinen Vergnügung drei ca. 8 m lange Baumstämme - zum Festhalten, zum Draufsetzen - und auch allerhand Unfug. Echte Marktschorgaster erkennt man in der Regel daran, daß sie darauf sitzen wie festgenagelt, während auswärtige Besucher meistens so schnell wieder herunterfallen, wie sie daraufgeklettert sind.

Nach Gold ist in oder am Goldbergsee übrigens nie gesucht worden: Um 1920 war er ein schlichter Steinbruch. Zu dieser Zeit entstand ja die nahegelegene Autobahn München-Berlin und vorher die Eisenbahntrasse Schiefe Ebene zwischen Neuenmarkt und Marktschorgast. Im Mittelalter war der Goldberg allerdings der Galgenberg (Marktschorgast hatte zu dieser Zeit das Stadtrecht und die Blut- und Halsgerichtsbarkeit), also ist Goldberg wohl eher auf ein verballhorntes Galgenberg zurückzuführen.

Übersicht
Länge ca. 100m
Breite ca. 30m
Tiefe bis zu 8m
Temperatur Mai-Juni ca. 16-18°
Temperatur Juli-Aug. ca. 19-21°

Wasserqualität und -temperatur

Das Wasser des Goldbergsees hat durchgehend Trinkwasserqualität. Es wird natürlich - wie in jedem Schwimmbad - regelmäßig untersucht (bakteriologisch und auf chemische Rückstände) - immer mit den bestmöglichen Bewertungen. Ein großes Wunder ist das auch nicht, liegen doch auf Marktschorgaster Gemeindegebiet etliche der Quellen, aus deren Wasser das berühmte Kulmbacher Bier gebraut wird.

Natürlich gibt es im Wasser eines Natursees immer wieder eine Menge Schwebstoffe - die Natur um den See herum macht ja vor dem See selber nicht halt. So lagert sich im Frühsommer (Mitte Mai / Anfang Juni) oft eine gelbliche Pollenschicht auf der Oberfläche ab und später Blütenblätter, und nach einem Sturm liegen auf der Wasseroberfläche auch schon einmal Blätter von den umliegenden Bäumen. Das beeinträchtigt die Wasserqualität aber nicht; das gehört zur Natur. Solche organischen Rückstände sinken nach einiger Zeit auf den Grund ab und werden dort zu Schlamm.

Leider hat das einen negativen Nebeneffekt, der in den letzten Jahren (seit 2009) immer wieder im Juli und August sichtbar wird: Durch den Überschuß an organischen Nährstoffen vermehren sich die Algen, und das Wasser wird sichtbar milchig-trüb. Das ist nicht gesundheitsschädlich, aber leider nicht schön anzusehen.

Einen natürlichen Zufluß hat der Goldbergsee nicht; es handelt sich um Grundwasser. Aber nachdem der See so tief ist, kann sich das Wasser immer wieder auf natürlichem Weg regenerieren.

Zusätzlich wurde auch ein künstlicher Zufluß geschaffen: Von einer Wasserleitung der Bahn, die nach den Zeiten der Dampfloks überflüssig wurde und jetzt in begrenztem Maß (der Hochbehälter faßt nur ca. 15 Kubikmeter und braucht dann wieder einige Stunden, bis er wieder gefüllt ist) als Frischwasserzufuhr für den Goldbergsee dienen kann.

Die Wassertemperatur des Goldbergsees ist - na ja, nennen wir es einmal frisch. Es ist ja kein seichter Baggersee mit abgezirkelten Grünanlagen und Quoten-Bäumen außenherum; der Goldbergsee ist tief (deshalb dauert es lange, bis sich das Wasser durchgehend erwärmt), und durch die steilen Felswände und die hohen Bäume außenherum kann nur wenig Sonne auf den See scheinen.

Gerade am Anfang eines Sommers ist das für den Goldbergsee ein echter Nachteil: Wenn Baggerseen anderswo schon 23° haben, zittert das Thermometer am Goldbergsee immer noch um die 18-19° herum.

Woher kommt das Wasser?

Man sollte ja eigentlich annehmen, daß das ganze Tal von Marktschorgast überflutet sein müßte, wenn man ausgerechnet auf einer der höchsten Erhebungen in der Umgebung auf Wasser stoßen kann - wohl deshalb hat auch um 1920 niemand damit gerechnet. Untersuchungen in den 50er Jahren haben angeblich ergeben, daß das Wasser des Goldbergsees aus der Gegend des über 30 km entfernten Epprechtsteins im Herzen des Fichtelgebirges stammt: Es wurde Quellwasser dort eingefärbt, das dann am Goldbergsee zutage getreten sein soll. Offensichtlich gibt es wasserdichte Gesteinsschichten von weit her, die gerade am Goldbergsee ans Tageslicht kommen.

Nichtschwimmerbecken

Gerade weil ungeübte Schwimmer (nicht ganz zu Unrecht) Respekt vor dem See haben, gibt es am Goldbergsee auch ein Nichtschwimmerbecken mit einer Kinder-Wasserrutsche und ein Planschbecken mit wenigen Zentimetern Wassertiefe für die Kleinsten - mit einem erhöhten Aufsichtsbereich für die Eltern außenherum in Form einer Zirkusarena.

Für das Wasser der Nichtschwimmerbecken gibt es eine Umwälzanlage, und es wird bei Sonnenschein umweltfreundlich mit Sonnenenergie erwärmt: Die Wasserleitung zwischen Umwälzanlage und Becken führt in über das Dach der Umkleidekabinen, wo es in schwarzen Wärmebehältern von der Sonne aufgeheizt wird. Das hat zur Folge, daß die Wassertemperatur im Nichtschwimmerbecken an sonnigen Tagen oft auf 24-25° steigt - wesentlich wärmer als der See selbst.

Die Anlage

Natürlich gehören zu einem Schwimmbad auch ein Kiosk mit Getränken, Eis und Imbiß, Sanitäranlagen und ein Kinderspielplatz.

Das Gelände, das zum Goldbergsee gehört, ist so weitläufig, daß jeder ein Plätzchen seiner Wahl finden kann: Ob schattig oder sonnig, ob ruhig oder in der Nähe der Kinderattraktionen - auch an wirklich heißen Sonntagen in den Sommerferien, wo andere Freibäder wegen Überfüllung zeitweilig den Eingang schließen müssen.

Der Jugendzeltplatz

Angeschlossen an das Schwimmbad Goldbergsee ist auch ein idyllisch gelegener Jugendzeltplatz - wohl einer der letzten Zeltplätze hierzulande, wo noch Lagerfeuer nach Lust und Laune erlaubt sind.

Es handelt sich dabei auch ausdrücklich um einen Jugendzeltplatz. Dauercamper mit Satellitenschüssel und Gartenzwergen wird man dort vergeblich suchen.

Reservierungen für den Zeltplatz (während der Ferienzeit sehr zu empfehlen!) nimmt die Marktgemeinde Marktschorgast gerne entgegen.

Tauchen

Innerhalb der Badesaison von Christi Himmelfahrt bis Mitte September herrscht im Goldbergsee striktes Tauchverbot: Es ist viel zu leicht möglich, nur durch ein paar Flossenschläge in Bodennähe Schlamm und Sediment aufzuwirbeln, wodurch die Wasserqualität längere Zeit beeinträchtigt würde.

Das gilt auch für uns selbst, die Wasserwacht Ortsgruppe Marktschorgast, die wir am Goldbergsee quasi zuhause sind und dort neben Wachdienst und Verantwortung auch noch allerhand wirklich unangenehme Arbeiten übernehmen. Und natürlich reagieren wir äußerst sauer, wenn sich jemand anders nicht daran halten sollte, der sich nicht derart für den Goldbergsee engagiert.

Außerhalb der Badesaison besteht die Möglichkeit, zu tauchen - nach vorheriger Genehmigung durch die Marktgemeinde Marktschorgast.

Surfen

Surfen geht schlicht und einfach nicht. Nicht nur, daß der See dafür viel zu klein wäre und daß sich Surfer und Schwimmer ständig gegenseitig in die Quere kämen, es besteht auch nicht der Hauch einer Chance auf Wind: Der Goldbergsee ist ja ringsherum von hohen Felswänden und hohen Bäumen umgeben.

Es gab einmal einen Surfer, der gemeint hat, das unbedingt ausprobieren zu müssen. Er wurde dabei zum Lacherfolg der Saison...