All diese Aktivitäten brauchen eine Menge Organisation. Dafür sorgen in erster
Linie die (natürlich ebenfalls ehrenamtlich tätigen) Mitglieder der
Vorstandschaft:
- Erster und zweiter Vorstand
- Erster und zweiter technischer Leiter
- Erster und zweiter Jugendleiter
- Gerätewart
- Naturschutzwart
- Kassenwart
- Schriftführer
sowie noch einige Mitglieder der Vorstandschaft ohne speziellen
Aufgabenbereich.
Alleine für die Organisation muß die Vorstandschaft das ganze Jahr über alle
paar Wochen jeweils einen ganzen Abend für Vorstandschaftsversammlungen
aufbringen - zusätzlich zur ihren ganzen sonstigen Tätigkeiten im Rahmen der
Wasserwacht.
Und natürlich gilt dabei meistens das Prinzip, daß zusätzliche Tätigkeiten
aller Art in erster Linie an die verteilt werden, die gerade greifbar sind - an
die Mitglieder der Vorstandschaft.
Wenn Ausgaben zu tätigen sind, gibt es mehrere Möglichkeiten, an die nötigen
Gelder zu kommen:
-
Ein Banküberfall. Na ja, das wäre für eine gemeinnützige Organisation, die
zum Roten Kreuz gehört, vielleicht nicht ganz der richtige Weg...
-
Einen gut begründeten Antrag beim Roten Kreuz stellen. Aber natürlich sind dort
Mittel auch grundsätzlich knapp, und viele Ortsgruppen konkurrieren um die
gleichen knappen Gelder. Es ist schon sehr schwierig, auf diese Weise einen
Zuschuß für die Wanderung zum Eisessen unserer Jugendgruppe zu bekommen.
-
Einen gut begründeten Antrag bei der
Marktgemeinde Marktschorgast
stellen. Wenn es dabei um sinnvolle Anschaffungen für den Badebetrieb am
Goldbergsee geht, hat unser Gemeinderat dafür
auch immer ein offenes Ohr. Aber natürlich ist ja bekannt, daß gerade bei den
Kommunen die sowieso schon knappen Mittel immer noch knapper werden.
-
Zweckgebundene Spenden (andere müssen ans Rote Kreuz abgeführt werden,
d.h. versickern in genau dem oben beschriebenen Apparat). Das würden wir uns
zwar öfters wünschen, aber das ist eben meistens leider nur ein frommer Wunsch.
-
Veranstaltungen zur Mittelbeschaffung. Deshalb veranstalten wir jedes Jahr ein
Sonnwend- oder Johannisfeuer
(je nachdem, ob der 21.6. oder der 24.6. näher am Wochenende liegt). Was für
die Besucher dieser Veranstaltung reines Fest und Fröhlichkeit ist, ist für uns
drei bis vier Tage harte Arbeit:
- Organisation im Vorfeld: Getränke, Fleisch, Bratwürste u.s.w. besorgen
bzw. bestellen; Musik (Band) organisieren
- Holz fürs Feuer beschaffen: In der Regel Arbeitseinsatz im Wald
- Fest aufbauen: Zelt, Biertische, Ausschank, Bar, Bratwurstbude, Fischstand,
Saftbar, Lichterketten als Beleuchtung bis zum Parkplatz bzw. in Richtung
Marktschorgast
- Fest durchführen: Bedienung, Ausschank, Bar, Bratwurstbude, Bewirtung
allgemein, Sicherheit am See und am Feuer
- Fest aufräumen: Das ist der härteste Teil - nach einer langen Nacht (bis
3:00 oder gar 5:00 früh) ab ca. 8:00 aufräumen, so daß spätestens mittags der
Badebetrieb reibungslos weitergehen kann. Schließlich ist der Goldbergsee ja in
erster Linie ein Schwimmbad, unser Fest findet grundsätzlich am Samstagabend
statt, und am Sonntag ist bei gutem Wetter Hochbetrieb am See.
Das klingt nicht nur nach Knochenarbeit, das ist es auch. Aber was tut man
nicht alles, um die Vereinskasse ein wenig zu füllen, so daß man nicht für jede
Kleinigkeit irgendwohin betteln gehen muß...
Zeltverleih - die "13 Blöden"
Aus schierer Not geboren ist vor Jahren die Fördergemeinschaft zur
Wasserrettung Marktschorgast, deren Mitglieder sich selbst scherzhaft auch
die "13 Blöden" nennen: Nachdem zum wiederholten Mal die Mutterorganisation
Rotes Kreuz keine Zelte mehr für das Jugendzeltlager zur Verfügung stellen
wollte, legten 13 Marktschorgaster Wasserwachtler zusammen, um selbst Zelte zu
kaufen; sie stellten den Kaufpreis der Zelte als zinsloses Darlehen zur
Verfügung. Es wurden zwei 6*6 m große stabile Zelte mit voller Stehhöhe
angeschafft, die sowohl für Zeltlager als auch als Partyzelte dienen können
(man kann sie auch zu einem großen Zelt kombinieren).
Der Verleih der Zelte erwies sich auch schnell als Marktschorgaster
Exportschlager: Sie sind optimal für Polterabende und
Vereinsveranstaltungen geeignet. Aus dem Erlös wurden zunächst die
Gründungsmitglieder der Fördergemeinschaft ausgezahlt, danach ging immer ein
Teil in Rückstellung für Zelt-Neubeschaffung (die unweigerlich irgendwann
kommen wird), in Neuanschaffungen wie Biertischgarnituren und ähnliches - und
als Spende für die Wasserwacht Ortsgruppe
Marktschorgast.
Beim rechtlichen Umfeld wurde immer peinlich genau darauf geachtet, daß nicht
etwa das Rote Kreuz, das damals die Herausgabe von Rotkreuz-Zelten verweigert
hatte, Anspruch auf diese selbst beschafften Zelte oder die Erlöse daraus
bekommen kann. So rächt es sich eben, wenn die Mutterorganisation die Muskeln
denen gegenüber spielen läßt, die die Arbeit tun.
Neben all der Arbeit für die Wasserwacht und für die Allgemeinheit darf auch
der Spaß nicht zu kurz kommen - beides muß in einem gesunden Verhältnis
zueinander stehen.
So gehen wir natürlich nach dem Training, egal ob nach dem wöchentlichen
Sommertraining oder nach dem zweiwöchentlichen Wintertraining, nicht einfach
sofort auseinander - danach gibt es noch
geselliges Beisammensein.
Zusätzlich haben sich ein paar alljährliche Termine eingebürgert:
-
Aus dem
"z.b.V."
(eigentlich "zur besonderen Verfügung") auf dem
Sommertrainingsplan ist im Lauf der Zeit recht zuverlässig ein Grillabend
geworden, weil es der jeweilige technische Leiter immer wieder verstanden hat,
mit den Trainingsthemen in der dafür vorgesehenen Zeit fertigzuwerden und
diesen "Reserveabend" nicht angreifen mußte. Der Himmel weiß, welche Art von
Revolution droht, wenn dies einmal nicht so sein sollte...
-
Die
"Schnitzeljagd"
kann man oft genug wirklich wörtlich nehmen. Es ist zwar eigentlich für die
Jugendgruppe gedacht, aber natürlich lassen wir unsere Jugendlichen nicht
einfach mutterseelenalleine durch Wald und Flur stolpern, und am Ende der
Rätseltour hat sich noch immer etwas zum Essen und zum Trinken gefunden -
merke: Manchmal kommen Schnitzel auch im Pizzakarton und sehen aus wie Pizza
und schmecken auch so...
-
Einen
Herbstausflug
gab es früher regelmäßig; in den letzten Jahren ist es aber leider sehr oft an
mangelnder Beteiligung gescheitert. Aber aufgegeben haben wir das noch nicht.
-
Das
Aktivenessen
ist ein kleines Dankeschön an die, die sich im Laufe des
Jahres aktiv für unsere Wasserwacht eingesetzt haben.
Um Mißverständnissen vorzubeugen: Der Begriff ist nicht wörtlich zu
nehmen. Wir essen nicht die Aktiven, sondern wir veranstalten ein Essen
für die Aktiven. Der Kannibalismus ist in Marktschorgast relativ gut
zurückgedrängt - auch wenn wir für manche Nachbar-Ortsgruppen immer noch das
"wilde Bergvolk" sind...
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Natürlich haben wir auch eine
Weihnachtsfeier
in der Adventszeit. Unser Nikolaus weiß über alle Schandtaten der Aktiven
Bescheid und hat darüber meistens auch einen Spruch parat.
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Ein
Wintersonnwendfeuer
am 21.12. gönnen wir uns - diesmal ganz für uns
selber, nicht wie im Sommer für Besucher. Bei tiefem Schnee schmeckt der
Glühwein besonders gut.
-
Die
Jahreshauptversammlung
ist ein Pflichttermin für jeden eingetragenen Verein, so natürlich auch für uns
als Teil des Roten Kreuzes.
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Das Winterfest war vor Jahren entstanden, um
den Überschuß des Wintertrainings einer sinnvollen Verwendung zuzuführen. Aber
auch Hallenbäder werden immer teurer, und einen Überschuß gibt es schon lange
nicht mehr. Aber Wir wollen ja nicht gerade die Aktiven dafür bestrafen, daß
sie zum Training gehen, also bleiben wir bei einem eher symbolischen
Hallenbadeintritt für das Wintertraining und legen lieber den Rest aus anderen
Mitteln drauf. Und für das Winterfest müssen wir eben immer jemanden suchen,
der Grund hat, etwas auszugeben; bisher hat das auch immer geklappt. Also
setzen wir uns auch weiterhin im Winter in unserer Rettungsstation am Goldbergsee gemütlich zusammen. Im Sommer kann
jeder grillen; wir tun das bei dieser Gelegenheit auch im Winter.
-
Die
Frühjahreswanderung
ist einst als Wanderung am 1. Mai entstanden, aber weil an diesem Termin Gott
und die Welt unterwegs ist, ist es schwierig, für größere Gruppen Platz zum
Mittagessen in einem der erreichbaren Ausflugslokale zu finden, also wandern
wir an einem anderen Termin.
Und das sind nur ein paar der vielen Gelegenheiten, zu denen wir uns
treffen. Natürlich besuchen wir auch oft genug die anderen Ortsgruppen unserer
Wasserwacht-Abteilung (Kulmbach), und natürlich findet man uns auch bei den
Veranstaltungen der anderen Marktschorgaster Vereine.
Wer dies alles als "Vereinsmeierei" abtut, verabreicht damit all denen eine
schallende Ohrfeige, die sich mit ihrer ehrenamtlichen unentgeltlichen
Tätigkeit für die Allgemeinheit einsetzen und damit manches überhaupt erst
möglich machen, das von vielen für selbstverständlich gehalten wird - wie eben
ein Schwimmbadbetrieb mit allem Drum und Dran am Goldbergsee oder auch schon
schlichte Erste-Hilfe-Leistungen im Alltagsleben (ohne ehrenamtliche Helfer
gäbe es keine Erste-Hilfe-Kurse bzw. diese wären unbezahlbar).
Auch die Feuerwehr basiert auf dem gleichen Prinzip, und wer würde darauf schon
verzichten wollen?